Debüt Arminas Narbekovas Valdas Ivanauskas November 1990

Am 10. November 1990 wurden die beiden Neuerwerbungen der Wiener Austria dem österreichischen Fußballpublikum in der ORF-Sendung „Fussball“ von Peter Elstner mit folgenden Worten vorgestellt: „So. Herbert Prohaska (Anmerkung: damaliger Austria Trainer) wiederum konnte ein bißchen besser in die Zukunft schauen. Konnte auch hoffen, denn er konnte die neuen Erwerbungen aus der UdSSR Ivanauskas und Narbekovas heute zum ersten Mal in Graz einsetzen.“

Es war der 19. Spieltag, und an der Tabellenspitze standen 3 Mannschaften punktegleich mit fast dem gleichen Torverhältnis: 1. FC Tirol +23 Tore, 2. Rapid +22 Tore, und 3. die Austria +21 Tore. Die 1. Bundesliga bestand damals aus Mannschaften die schon lange nicht mehr ganz oben spielen: Wiener Sportclub, Vienna, Kremser SC, DSV Alpine, Vorwärts Steyr und VSE St. Pölten gibt es gar nicht mehr.



Mit neuen Spielern ist es ja immer so eine Sache. Schlagen sie voll ein, oder entpuppen sie sich in kürzester Zeit als Fehleinkäufe? Garantien für den erfolgreichen Einkauf gibt es ja im Fußball bekanntlich keine. Daher muss man den beiden Neuerwerbungen von damals wirklich Respekt zollen, und aus heutiger Sicht sagen, etwas besseres hätte der Austria nicht passieren können.

Erst die beiden Litauer aus der damaligen UdSSR leiteten eine der erfolgreichsten Zeiten der Wiener Austria in der jüngeren Geschichte ein. Und als dann einer der beiden den Verein verließ, holte man bis zur Stronach-Zeit auch keine Meistertitel mehr. Alle 3 Titel in Folge gab es nur mit beiden Spielern gemeinsam.

Das Debüt der beiden Litauer ging allerdings daneben. 0:1 Niederlage beim SK Sturm Graz, der von August Starek trainiert wurde.

Die Austria spielte damals mit:
Tor: Franz Wohlfahrt
Abwehr: Ernst Aigner, Robert Frind, Anton Pfeffer, Attila Sekerlioglu
Mittelfeld: Walter Hörmann, Arminas Narbekovas, Peter Stöger, Manfred Zsak
Sturm: Valdas Ivanauskas, Hannes Pleva



Wie war die Meinung nach dem Spiel über die zwei Neuen?

Mitspieler Walter Hörmann: „Jetzt ein Urteil abzugeben ist schwer. Sie sind erst ein paar Tage bei uns. Man hat schon gesehen dass sie vielleicht eine Verstärkung für uns sein können. Aber man muss sicher abwarten. Ich kenne sie schon. Sie haben eine Woche trainiert im Sommer. Da waren sie sehr sehr stark. Ich hoffe dass sie diese Form finden.“

Kritischer in’s Gericht ging der ORF-Kommentator. Er bezeichnete die beiden Litauer als „Sowjetrussen“, und merkte kritisch an dass man sich mehr Furore von ihnen erwartet hätte. Aber er räumte zumindest ein dass es immer schwer für neue Spieler ist bis sie in die Mannschaft integriert sind.

Die 0:1 Niederlage in Graz bei Sturm war laut Austria Spieler Walter Hörmann verdient. Die Grazer kämpften und liefen mehr. Nach dieser Niederlage fiel die Austria auf 2 Punkte hinter Tirol zurück, nachdem die Tiroler auswärts bei Rapid 2:1 gewannen.



Eine Zusammenfassung des Spiels.

Wie ging es mit der Austria weiter?

3 Tage vor dem Sturm Spiel verlor man im Europacup der Pokalsieger Achtelfinale das Rückspiel bei Juventus mit 0:4, und schied mit einem Gesamtscore von 0:8 aus. Das waren aber vorerst die letzten Niederlagen. Danach startete man voll durch. In den nächsten 14 Spielen ging man 11 Mal als Sieger vom Platz. Punkte ließ man nur 2 Mal bei DSV Alpine (0:0 auswärts und 0:1 Niederlage zu Hause bei der Peter Stöger nach dem Spiel im Interview fast in Tränen ausgebrochen ist) und eine 1:4 Niederlage beim FC Tirol.

Mit dieser Bilanz war man reif für den Titel. Punkte gab man im Meisterschaftsfinish nur gegen Sturm Graz ab (0:2 auswärts) und beim Finale in der letzten Runde gegen Admira Wacker. Darüber habe ich hier schon geschrieben: http://alleine.at/2017/10/10/das-war-die-spannendste-titelentscheidung-in-den-90er-jahren/

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