Andreas Ogris Meistertitl Austria Wien 1992

Das war die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag am 3. Juni 1992:

1. Austria Salzburg +26 Tore 33 Punkte
2. Austria Wien +36 Tore 31 Punkte
3. FC Tirol +19 Tore 31 Punkte

Titelentscheidung in der letzten Runde:
Austria Wien – Austria Salzburg
FC Tirol – Rapid Wien

FC Tirol nur mehr mit einer theoretischen Chance auf den Titel. Wenn die Austria mit einem Tor Differenz gewinnt, könnte sich der FC Tirol mit einem 18:0 Sieg über Rapid zum Meister krönen. Also eher unrealistisch. Zum letzten Heimspiel in Innsbruck kamen allerdings 9.000 Zuschauer um auf ein Wunder zu hoffen. Es reichte aber nur zu einem mageren 1:0 Sieg.



Die Titelentscheidung musste daher im direkten Duell zwischen der Wiener Austria und der Salzburger Austria fallen. Und gibt es etwa eine schönere Titelentscheidung? Die beiden Titelkonkurrenten im direkten Duell? Das sahen auch die Zuschauer so. 40.000 stömten in das Happel Stadion, welches damals noch Prater Stadion genannt wurde, und sorgten so für eine absolute Rekordkulisse für ein Austria Wien Heimspiel, die ja damals in der Regel vor 2.500 Zuschauer antrat.

In der Runde davor verlor die Austria auswärts überraschend bei St. Pölten 0:1. Austria Salzburg siegte zu Hause gegen FC Stahl Linz mit 3:1. Somit würde der Salzburger Austria ein Remis in Wien zum Titel reichen.

Austria Salzburgs 3:1 Sieg gegen FC Stahl Linz in der 35. Runde.

Austrias überraschende 0:1 Auswärtsniederlage beim abgeschlagenen Tabellenletzten in St. Pölten.



Das Meisterspiel 1991/92: Austria Wien gegen Austria Salzburg

Der Salzbuger Wolfgang Feiersinger spielte statt des verletzten Christian Fürstaller Manndecker. Salzburg versteckte sich nicht, spielte auf Sieg, und hatte durch Peter Hrstic die erste Torchance. Zweite hervorragende Torchance wieder für die Salzburger. Nikola Jurcevic wird von Manfred Zsak als letzter Mann an der Strafraumgrenze gelegt. Im Regelfall Torraub und rote Karte für Zsak. Im besten Fall Elfmeter und rote Karte für Zsak. Doch für die Salzburger reichte es nur für einen Freistoß an der Strafraumgrenze, und Zsak bekam nicht einmal eine gelbe Karte.

Der Beginn dieses Finales gehörte damit eindeutig der Austria aus Salzburg.

Es war ein sehr schnelles Spiel mit einem großen Einsatz geführt, geprägt von einem strömenden Regen. So beschrieb ORF Kommentator Hans Huber die Partie.

Die Austria aus Wien kam dann immer besser in das Spiel. Und mit einem Weitschuss von Andi Ogris in der 21. Minute gelang den Wienern auch der 1:0 Führungstreffer. Salzburg Torwart Herbert Ilsanker sah dabei sehr unglücklich aus. Kurz vor ihm sprang der Ball noch einmal auf. Der Albtraum eines jeden Torhüters. Vor allem in so einem wichtigen Spiel.

Wenig später dann ein klares Elfmeterfoul von Herbert Ilsanker an Peter Stöger. Schiedsrichter Alfred Wieser entscheidet allerdings auf Schwalbe und gelbe Karte für Stöger. Da hatte Salzburg sehr viel Glück. Im Anschluss dann die berühmte Szene als Austria Trainer Herbert Prohaska zum Linienrichter lief und diesen anbrüllte.

Zum Ende der ersten Halbzeit wurde die Austria dann immer besser und drückte Salzburg hinten rein. Akrobatischer Höhepunkt war ein Fallrückzieher von Thomas Flögel, der von Herbert Ilsanker aber sicher entschärft wurde. Die Wiener spielten sich in dieser Phase des Spiels Chance für Chance heraus. Ein zweites Elfmeterfoul an Peter Stöger wird nicht gegeben. Diesmal bleibt Stöger von einer gelben Karte aber verschont. Mit viel Glück retteten sich die Salzburger NUR mit einem 0:1 Rückstand in die Pause. Die Wiener hätten da schon mit 3:0 oder 4:0 führen können.

Zur Pause meinte Austria Wien Stürmer Ralph Hasenhüttl: „Ein zweites Tor noch, und wir haben den Titel. Dann kann Salzburg nichts mehr dazulegen.“

Die Pause hatten den Salzburgern gut getan, denn sie kamen mit frischem Wind aus der Kabine und hielten das Spiel offen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten.

In der 57. Minute allerdings dann die Vorentscheidung. Nach einem Eckball von Peter Stöger trifft Toni Pfeffer per Kopf zum 2:0.

In der 74. Minute wurde es dann noch einmal spannend als Hermann Stadler zum 2:1 Anschlusstreffer sorgte. Stadler ließ Austria Wien Torhüter Franz Wohlfahrt elegant aussteigen und konnte im Anschluss locker den Ball in das Netz schieben.

83. Minute: Heribert Weber erhält nach einem schweren Foul an Peter Stöger die zweite gelbe Karte. Er sieht damit rot! Salzburg Trainer Otto Baric salutiert symbolisch ab. Die Titelchance ist gegessen. Doch es sind noch einige Minuten zu spielen.

Die Salzburger versuchen noch einmal alles und mobilisieren ihre letzten Kräfte, aber es reichte nicht mehr. Die Austria aus Wien war an diesem Tag einfach zu stark um ihr ein zweites Tor zu schiessen.

Die Wiener Austria feiert ihren zweiten Titel in Folge. Ein Titel sollte in der nächsten Saison noch folgen. Wieder knapp vor Austria Salzburg. Dann waren endlich die Salzburger mit Titel holen dran.



Eine ausführliche Zusammenfassung dieses Meisterfinales gibt es hier:

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