Ernst Weber Kremser SC

9. Runde im Aufstiegs Play Off des Jahres 1991. Der Kremser SC auf Platz 3, und damit in der Aufstiegszone. Mödling zwei Punkte dahinter auf Platz 6. Das war die Ausgangssituation vor dem Duell dieser beiden Mannschaften.

600 Zuschauer kamen bei sintflutartigen Regen in das Stadion der Stadt Mödling. Das Terrain wurde vor der Partie als „gut bespielbar“ eingestuft. Das Spiel begann kampfbetont, hart, und emotionsgeladen.

Nach 40 Minuten dann das 1:0 für die Gäste aus Krems. Der Weltstar Mario Kempes traf aus einem abgefälschten Freistoss und ließ Mödling Torwart Erich Weidenauer keine Chance. In den letzten 5 Minuten der 1. Hälfte drängten die Mödlinger dann noch wütend auf den Ausgleichstreffer. Blieben aber glücklos. Mit 1:0 für Krems ging es in die Pause.



Als dann die 2. Halbzeit angepfiffen werden sollte, sorgte Schiedsrichter Hans Varadi für einen Eklat, und brach das Spiel völlig überraschend ab. Die Empörung war bei den Kremsern natürlich groß. Mitgereiste Fans, Spieler und Betreuer machten ihren Unmut lautstark kund. Der damalige Krems Trainer Ernst Weber meinte sarkastisch: „Des is da Fuaßboi in Österreich.“ Ebenso deutete er eine Verschwörung an, denn „wäre Mödling in Führung gelegen, wäre das Spiel sicher nicht abgebrochen worden.“ Besonders sauer stieß ihm auf dass nicht einmal versucht wurde weiterzuspielen, sondern der Abbruch unmittelbar nach der Pause erfolgte, ohne Anpfiff zur 2. Halbzeit.

Der damalige Mödling Präsident Hans-Werner Weiss sah die Sache gelassen: „Das ist eine Schiedsrichterentscheidung. Darüber haben wir keinen Einfluß.“ Weiss bestritt eine Beeinflussung des Schiedsrichters wehement.

Schiedsrichter Hans Varadi begründete seine Entscheidung mit den Worten: „I hob ma daun nu amoi den Blotz aungschaut … und hob daun … gsegn des is … sie brauchen nur mit der Kamera nur do ins Spüföd einigeh daun … daun brauch ma jedn Kommentar … kinn ma daun vagessn.“

Krems Trainer Erst Weber brachte den Abbruch auch mit der 0:6 Niederlage der österreichischen Nationalmannschaft in Schweden in Verbindung, und bezeichnete die Entscheidung des Schiedsrichters als „würdigen Höhepunkt in dieser Woche.“



Die Zusammenfassung der Ereignisse gibt es in diesem Video.

Sollte es sich um eine Verschwörung gehandelt haben, so war die dafür aufgebrachte Energie umsonst. Denn auch im Nachtragspiel gelang es den Mödlingern nicht in das Tor der Kremser zu treffen. Krems siegte durch ein Tor von Tino Jessenitschnig mit 1:0.



Am Ende qualifizierte sich der Kremser SC auf Platz 2, hinter dem FC VOEST Linz, mit einem Vorsprung von 7 Punkten und dem besseren Torverhältnis souverän für die oberste Spielklasse. Ein Riesenabstand wenn man bedenkt dass man damals für einen Sieg nur 2 Punkte gutgeschrieben bekam. Mödling verpasste den Aufstieg auf Platz 5 um einen Rang und 4 Punkten. Es war die Vienna, die sich damals den vierten und letzten Aufstiegsplatz sicherte.

Die große Zeit der Mödlinger in der obersten Bundesliga sollte noch kommen. 1997 wurde der Verein aber durch eine Fusion mit Admira Wacker allerdings ausgelöscht.

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