Packendes Duell gegen den Abstieg im Abstiegs Play Off. Das Abstiegs Play Off war die sogenannte 3. Leistungsstufe in der österreichischen Bundesliga in der 8 Mannschaften in Hin und Rückspielen im Frühjahr eines jeden Jahres gegen den Abstieg spielten. Von den 8 Mannschaften mussten sich gleich 3 aus der Bundesliga verabschieden.

Friedrich Fritz Drazan

Am 1. Juni 1991 kam es in der vorletzten Runde zu einem direkten Abstiegsduell. ASV Vösendorf traf zu Hause auf Austria Klagenfurt. Trainiert wurden die Vösendorfer von der Bundesliga Legende Fritz Drazan. Fritz Drazan, der Vater von Bundesliga Spieler Christopher Drazan, brachte es immerhin auf 234 Spiele in der obersten Bundesliga, in denen er 35 Mal traf, und 5 Mal österreichischer Meister wurde. Der Mittelfelfspieler verbrachte die meiste Zeit seiner Bundesligakarriere, die von 1974 bis 1988 andauerte, bei der Wiener Austria.

1991 stand Friedrich Drazan somit am Beginn seiner Trainerkarriere. Das Ziel stand fest: mit dem ASV Vösendorf nicht abzusteigen. Dem war er an diesem 1. Juni 1991 auch sehr nahe gekommen. In einem spannenden Spiel bogen die Vösendorfer einen 0:1 Rückstand noch zurecht, und verteidigten die knappe Führung mit zeitweise mit allen 11 Spielern vor dem eigenen Tor.



Hier kann man sich die Zusammenfassung der Partie noch einmal ansehen. Mit diesem Sieg schoben sich die Vösendorfer aus der Abstiegszone und die Klagenfurter rutschten wieder rein.

Die bekannteren Spieler Vösendorfs im Kader waren damals: Wolfgang Kienast in der Abwehr, der Bruder von Reinhard Kienast und der Vater von Roman Kienast, Josef Michorl im Mittelfeld und Gerald Schober im Angriff.

Etwas prominenter bestückt waren da schon die Klagenfurter. Eben auch weil sie einige Jahre davor auch ganz oben in der Bundesliga mitgespielt haben. Da waren Alexander Philipp im Tor. Davor Hrstic in the Abwehr, der Bruder von Ex-Rapid und Salzburg Star Peter Hrstic. Günter Seebacher, Peter Werner, Hannes Stromberger, Ex-Austria Mittelfeld Star Ewald Türmer, Michael Ziehaus, Ex-LASK und Rapid Star Johann Gröss, der ehemalige Goalgetter der deutschen Bundesliga Michael Künast, und last but not least Alfred Roscher, der wenige Jahre davor im Trikot des FC Tirol im UEFA-Cup den europäischen Spitzenmannschaften noch Angst und Schrecken eingejagt hatte.

Der deutsche Goalgetter Michael Künast brachte die Klagenfurter in der 39. Minuten nach Flanke von Ewald Türmer auch mit 1:0 in Führung. Der Gesichtsausdruck Fritz Drazans in diesem Moment: verzweifelt. So bringt es zumindest der ORF-Kommentator auf den Punkt. Mit 1:0 für Klagenfurt geht es auch in die Pause.



Die 2. Halbzeit beginnt so wie die 1. aufgehört hat. Die Kärntner greifen gefährlich an. Fast alle Angriffe laufen über den ehemaligen Austria Wien Star Ewald Türmer. Kurz nach der Pause vergibt der ehemalige Schrecken aller europäischen Spitzenklubs, Alfred Roscher, eine Topchance allerdings kläglich, und landet auf seinem Allerwertesten.

In der 53. Minute dann der überraschende Ausgleich für Vösendorf. Josef Michorl, der sich in diesem Spiel sehr viel bewegte, serviert den Ball mit einem Schupfer auf Gerald Schober und er übernimmt aus etwa 11 Meter direkt: 1:1.

4 Minuten später war wieder Gerald Schober zur Stelle. Diesmal per Kopf nach Flanke von Michetschläger und wieder einer gelungenen Vorarbeit von Michorl. Das Duo Michorl-Schober an allen zwei Vösendorfer Treffern beteiligt.

In der hektischen Schlussphase stoppt der ehemalige Bundesliga Star des Wiener Sportclubs, Peter Werner, einen gefährlichen Konter von Michetschläger mit einer Grätsche und wird ausgeschlossen.



Fazit der vorletzten Runde

Endstand: 2:1 für Vösendorf. Tabellensituation: Vösendorf und Austria Klagenfurt nun punktegleich, aber Vösendorf mit dem besseren Torverhältnis auf dem rettenden 5. Platz.

Letzte Runde
Austria Klagenfurt – GAK. Der GAK damals der überlegene Tabellenführer.
Donaufeld – Vösendorf. Donaufeld auf Platz 2.

Wie ging es aus?
Austria Klagenfurt gewann das Spiel gegen den Tabellenführer GAK mit 1:0, und Vösendorf verlor das Spiel beim Zweiten Donaufeld auswärts 1:2. Vösendorf musste damit den schweren Gang in die Regionalliga antreten, und Fritz Drazan konnte bis heute keinen Bundesligisten mehr trainieren.

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