Günther Vidreis war eigentlich ein Star der 80er Jahre, dessen Bundesliga Karriere sich aber bis in die 90er erstreckte.

Begonnen hat er seine aktive Bundesligazeit in der Saison 1983/84 als 22-jähriger Stürmer beim SV St. Veit in Kärnten. In 28 Spielen gelangen ihm da schon 8 Tore. Kein schlechter Anfang für die erste Saison.

Dieses Talent blieb natürlich auch anderen Vereinen nicht verborgen, und eine Saison darauf spielte er bereits für den SK VÖEST Linz. In der Saison 1984/85 konnte er seine Torausbeute weiter steigern. Er traf in 27 Spielen 13 Mal.



Jetzt rief der SK Sturm Graz, und Günther Vidreis folgte den Verlockungen aus der steirischen Landeshauptstadt. Da bekam seine Karriere aber den ersten Knick. Er spielte in der Saison 1985/86 zwar alle 36 Bundesligaspiele, traf aber nicht mehr. Im dritten Ligaspiel zu Hause gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber SK VÖEST steuerte er ein Tor zum 3:1 Sieg bei, er blieb dann aber in den folgenden 21 Spielen ohne Torerfolg. Erst gegen Ende der Saison kam er etwas in Schwung, und rettete mit 6 weiteren Toren seine Torausbeute mit insgesamt 7 Treffern.

Es sollte aber bei den 7 Toren für Sturm Graz bleiben. Nach dem er in den ersten 7 Spielen der neuen Saison ohne Tor blieb, wurde er aus dem Kader gestellt und verfolgte die restliche Saison auf der Tribüne. 1987 folgte dann der Wechsel zum Bundesligaaufsteiger VfB Mödling. 5 Tore in 20 Spielen standen am Ende der Saison.

1988 wurden wieder einmal die Koffer gepackt, und es ging nach Wien zur Vienna. Die Vienna sollte die längste und letzte Station in der Bundesliga Karriere des Günther Vidreis werden. Insgesamt absolvierte er für die Döblinger 167 Partien. Darunter auch zwei im UEFA Cup. Gegner war Olympiakos Piräus. Vidreis spielte beide Partien durch, und die Vienna blieb mit einem 2:2 zu Hause und einem 1:1 auswärts ungeschlagen. In 106 Bundesligaspielen der höchsten Spielklasse für die Vienna traf er 10 Mal. 6 Vidreis Treffer gab es in der zweiten Spielklasse. Ein Tor im Cup komplettieren die 17 Tore die Günther Vidreis für die Vienna erzielen konnte.



Vidreis traf als Stürmer zwar nicht so oft als so manch anderer, aber wenn er traf, dann standen die Chancen nicht schlecht daß er in diesem Spiel noch einmal einen Treffer landete. 9 Mal in seiner Bundesliga Karriere traf er im Doppelpack. Statistisch gesehen waren somit 37 Prozent seiner Treffer „Doppelpack Tore“.

Seinen letzten Doppelpack in der obersten Bundesliga hatte er am 22. September 1990. Im Auswärtsspiel gegen DSV Alpine traf er in der ersten Halbzeit innerhalb von 15 Minuten zur 2:0 Führung. Diese wurde aber noch in der ersten Halbzeit verspielt, und es ging mit dem 2:3 Rückstand in die Kabine. In der zweiten Halbzeit rettete dann noch ein gewisser Alfred Drabits der Vienna einen Punkt und die Partie endete 3:3.

Die zwei Doppelpack Tore von Günther Vidreis kann man sich in diesem Video anschauen:



Das waren die letzten zwei Doppelpack Tore des Günther Vidreis in der ersten Bundesliga. Es waren aber nicht seine letzten, denn einen Doppelpack hat er sich noch für die 2. Bundesliga aufgehoben. Am 18. Oktober 1992 traf er beim 5:2 Heimsieg der Vienna gegen den SV Spittal noch einmal im Doppelpack. Im Spiel, das von Schiedsrichter Legende Konrad Plautz gepfiffen wurde, besorgte er mit einem Elfmeter das 2:0 und in der 58. auch wieder mit einem Elfmeter das 4:1. Beim SV Spittal spielte damals übrigens der 17-jährige Markus Weissenberger, der später bei Arminia Bielefeld, 1860 München, und Eintracht Frankfurt, sogar in der obersten deutschen Bundesliga Karriere machen konnte.

Für Günther Vidreis waren es aber die letzten Tore im bezahlten Fußball. Bis zu seinem letzten Profispiel am 12. Juni 1993 (wieder gegen Spittal) gelang ihm kein einziges Tor mehr. Mit einem Doppelpack ging er als Torschütze von der Bundesliga Bühne. Die Wahrscheinlichkeit dafür lag bei 37 Prozent.

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