Am 13. Oktober 1990 gab Torhüter Josef Schicklgruber als 23-jähriger in der 2. Division beim Spiel LASK gegen WSG Wattens vor 800 Zuschauern sein Bundesliga Debüt. 21 Jahre später konnte er auf eine lange Karriere zurückblicken: 365 Spiele in der obersten Liga, 10 Einsätze in der Champions League Gruppenphase, 7 Champions League Qualifikationsspiele, und 10 Einsätze im UEFA Cup. In 117 seiner 365 Partien der obersten Liga hielt er seinen Kasten sauber. 1 Mal feierte er den österreichischen Meistertitel, wurde Cupsieger, und holte auch in einer Zweitligasaison einen Meistertitel. Josef Schicklgruber kam aus dem Nachwuchs von Nettingsdorf und spielte für Mannschaften wie LASK, Sturm Graz, Pasching, und Altach. Sein letzte Station war Weißkirchen an der Traun in der oberösterreichischen Landesliga.

Doch was war der Grund warum er am 13. Oktober 1990 als Nummer 2 beim LASK zu seinem ersten Einsatz kam? So ein Grund ist im Pofifußball nämlich nicht alltäglich.



Der gesetzte Einsertormann beim LASK zu dieser Zeit war nämlich ein gewisser Axel Stangl. Mit 26 Jahren etwas älter als Schicklgruber, und seit der Saison 1988/89 mit Einsätzen gegen Mannschaften wie FC Tirol, GAK (2x), Vienna und Austria Klagenfurt auch schon mit Erfahrung in der 1. Bundesliga. Er war allerdings in dieser Erstligasaison die Nummer 2 hinter Hubert Wimmer, der beim 1:0 Sieg über Inter Mailand zwischen den Pfosten stand. Erst nach dem Abstieg in die 2. Division sollte er als neue Nummer 1 aufgebaut werden. Axel Stangl war am 13. Oktober 1990 aber nicht verletzt, und auch seine Leistungen waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu beanstanden daß man sich zu einem Wechsel im Tor gezwungen sah.

Der Grund war folgender:

Axel Stangl hat geheiratet und galt nach der Hochzeit als verschollen.

Das ist der wahre Grund warum Josef Schicklgruber zu seinem Bundesliga Debüt gekommen ist, und seine unglaubliche Karriere starten konnte. Was wäre wohl gewesen hätte Axel Stangl nie geheiratet? Hätte Schicklgruber dann jemals die Möglichkeit gehabt sein Können unter Beweis zu stellen? Diese Frage kann wohl nie beantworten werden, aber es ist interessant zu sehen welche Zufälle und vorhergesehene Ereignisse eine Fußballkarriere beeinflussen können. Talent und Fleiß ist da nicht alles. Man benötigt auch eine Portion Glück. Vor allem als Torhüter, die ja seltener gewechselt werden als Feldspieler.

Was wurde aus Axel Stangl?

Der ist früher oder später wieder aufgetaucht. Gespielt hat er aber für den LASK nie mehr. Auch mit der Bundesiga Karriere war es vorbei. Im Sommer nächsten Jahres wechselte er dann zum Unterhausverein Union Pichling, von wo er auch im Sommer 1988 zum LASK gekommen war. Dort blieb er nur eine Saison. Im Juni 1992 dürfte er dann seine Karriere beendet haben.



Das erste Spiel von Josef Schicklgruber in der Bundesliga

Spiele aus der damaligen 2. Division, hatten in der ORF Fußballsendung Anfang der 90er Jahre eher Seltenheitswert. Wie es der Zufall will hat es diese Partie aber, obwohl der LASK und Wattens damals nur zwei Mannschaften aus dem Mittelfeld der zweithöchsten Spielklasse Österreich waren, zu einem Bildbericht geschafft.

Wer sich also die Zusammenfassung vom Spiel LASK gegen Wattens ansehen möchte, kann dies hier tun:

Der Endstand war übrigens, nach einem 0:2 Rückstand zur Pause für den LASK, 2:2. Beide LASK Tore erzielte Toni Schnöll. Schicklgruber sah beim Gegentor zum 0:2 nicht sehr gut aus. LASK Trainer war Ernst Weber. Die bekanntesten Spieler in dieser Partie waren: Ernst Baumeister, LASK Legende Klaus Dantlinger (der mit einem schrecklichen Fehler den 0:1 Rückstand einleitete), und der damals sehr junge Adi Hütter.

Am Ende des Herbstdurchganges landete Wattens im Abstiegs Play Off, und der LASK im Mittleren Play Off, wo er vor dem Wiener Sportclub und Stockerau den 6. Platz belegte, und den Aufstieg in die 1. Division klar verfehlt hat.



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